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1900 – 1909

Am 24. Januar 1877 wird Mathias Wiemann als Sohn des Oeseder Neubauern Heinrich Wilhelm Wiemann geboren.

Nachdem er die Volksschule und eine Lehre zum Tischler absolviert hat folgen die obligatorischen Wanderjahre. Im Jahre 1900 kehrt er nach Oesede zurück und eröffnet seinen eigenen Handwerksbetrieb in einem 15 qm kleinen Kellerraum in der „Herberge“, einer Gastwirtschaft, welche die verstorbenen Eltern seiner Ehefrau zuvor erworben hatten.

Bereits 1902 bildet Mathias Wiemann seinen ersten Lehrling aus. Im selben Jahr wird Heinrich Wilhelm Wiemann, der spätere Firmenchef, geboren. In den folgenden Jahren richtet sich Wiemann eine 65 qm große Werkstatt ein und kauft im Jahre 1907 einen gebrauchten Benzinmotor, sowie erste Maschinen wie Abrichter, Bandsäge, Fräsmaschine und Dicktenhobel.

Zwischen 1903 und 1906 baut Mathias Wiemann neben den auf Bestellung gefertigten Möbeln wie beispielsweise Truhen und Anrichten auch Kirchenbänke für die katholische Kirche St. Peter und Paul in Oesede.

Neben der Ausübung seines Handwerks betätigt sich Wiemann auch als Land- und Gastwirt, wobei letzteres als Nebeneinkunft betrachtet wird.

 
 

1910 - 1919

In den Jahren 1914 – 1918 wird der erste Weltkrieg ausgetragen, in dem auch Kleinbetriebe wie Wiemanns Tischlerei „dienen“ müssen. Als Zulieferer für die Iburger Drahtseilindustrie werden Haspeln hergestellt. Darüberhinaus wird Alltagsbedarf gefertigt.

1917 beginnt Wilhelm Wiemann seine Tischlerlehre im väterlichen Betrieb, während die Belegschaft in den Folgejahren auf eine stattliche Summe von 15 Mitarbeitern anwächst.

1920 -1929

Nach der Inflationszeit 1922 / 1923 erholt sich die Wirtschaft wieder, sodass die Tischlerei spätestens ab 1925 unter der Mitwirkung von Wilhelm Wiemann hochwertige Qualitätsprodukte fertigt.

Im darauffolgenden Jahr ergänzt Mathias Wiemann seinen landwirtschaftlichen Besitz um den Hof Drop, was rund 45 Hektar Zugewinn an Fläche bedeutet.

Im Jahre 1927 firmiert die einst kleine Tischlerei inzwischen unter dem Namen „Mathias Wiemann - Mechanische Bau- und Möbeltischlerei“.

 
 

1930 - 1939

Die 1929 vom New Yorker Börsenkrach ausgelöste Weltwirtschaftskrise trifft auch das im Wachstum befindliche Unternehmen von Mathias Wiemann so schwer, dass die Jahre 1930 – 1934 nur unter größten Anstrengungen und finanziellen Abstrichen überstanden werden.

Anstatt den Betrieb zu verkleinern, erweitert Wiemann seine Vertriebswege, stellt nach und nach auf Serienfertigung um und spezialisiert sich dabei auf die Herstellung von Schlafzimmermöbeln. Seit dem Jahr 1934 firmiert die Tischlerei bereits unter dem Namen „Oeseder Möbel-Industrie Mathias Wiemann“.

Am 05. Oktober 1936 heiratet Wilhelm Wiemann Josefa Antonia Möllers. Ihr Sohn, Mathias A. Wiemann, wird am 30. November des darauffolgenden Jahres geboren. 1939 verlassen die inzwischen 180 Mitarbeiter umfassende Unternehmung stolze 40 Schlafzimmer pro Tag.

1940 - 1949

Zu Beginn des zweiten Weltkriegs müssen Wiemanns ihre Produktion wieder auf Kriegswirtschaft umstellen und die erfolgreich angelaufene Serienproduktion von Schlafzimmern einstellen. Stattdessen werden nun Baracken in hoher Stückzahl gefertigt. Schon zu Kriegsbeginn führt Wiemann als erster holzverarbeitender Betrieb das REFA-System ein, welches der Firma in den wieder erwarteten friedlichen Zeiten von Nutzen sein wird.

Am 02.04.1945 soll das Werk gesprengt werden um den Übergang der Kriegsproduktionsstätte in „feindliche Hände“ zu verhindern. Wilhelm Wiemann verhindert dieses Vorhaben, indem er alle an die Kriegsproduktion erinnernden Rückstände im Wald vergraben lässt. Am 01. Mai 1945 ordnen die Briten an, dass Firma Wiemann auch weiterhin ausschließlich zur Fertigung von Baracken verpflichtet ist. Entgegen dieser Anordnung produziert Wiemann jedoch auch Kleinmöbel für den zivilen Bedarf.

In den Jahren 1946 und 1947 überflutet Düte-Hochwasser das Werksgelände und zerstört in den Hallen einen großen Teil der Holz- und Furnierbestände, sowie die Fertigungsanlagen. Am 24. März 1947 stirbt der Firmengründer Mathias Wiemann und hinterlässt sein Erbe Wilhelm Wiemann, welcher seinen Halbbruder Josef zum gleichberechtigten Partner macht. Dieser stirbt im Jahre 1952.

1948 arbeiten bereits 187 Mitarbeiter im Betrieb, welchen die Briten im selben Jahr noch zur zivilen Produktion freigeben. Um den weiteren Ausbau der Firma trotz kriegsbedingten Personalmangels voran zu treiben gründet Wilhelm Wiemann eine Lehrwerkstatt, welche jährlich 20 – 30 Tischler ausbildet.
Ein Jahr später wird die Produktion in einer neuen Halle aufgenommen.

 
 

1950 - 1959

Im Jahr 1950 profitiert die Oeseder Möbel-Industrie vom Wirtschaftswunder und fertigt Möbel aller Art auf einer Fläche von bereits 24.000 qm. Mittlerweile arbeiten 300 Mitarbeiter für die Unternehmung. Im August 1950 muss Wiemann seinen Kunden mitteilen, dass für die Monate September und Oktober aufgrund der sehr hohen Nachfrage keine Aufträge mehr gebucht werden können. Die Lage entspannt sich ein Jahr später durch Doppelschichten und den Einsatz modernster Fertigungsverfahren.

Am 15. August 1954 werden Betriebsgelände und Hallen erneut vom Hochwasser heimgesucht, was wieder zur Zerstörung von Produktionsanlagen, Werkstoffen und Fertigprodukten führt.

Um in Zukunft vor derartigen Katastrophen gefeit zu sein, drängt Wilhelm Wiemann auf die Gründung des „Wasser und Bodenverband Düte“, welcher den Zweck des Ausbaus, der Begradigung und Regulierung der Düte erfüllen soll. Die erforderlichen Arbeiten sind im Jahre 1963 weitgehend abgeschlossen.

Im Jahre 1956 reagiert Wiemann auf ein aktueller werdendes Alltagsproblem und bietet die „Wiemann-Fernseh-Drehbühne“ an. Ein Kundenbrief von 1957 schreibt dazu: „Überall dort, wo dieses dekorative und praktische Möbel in den Schaufenstern sichtbar wurde, ist es ausgezeichnet verkauft worden.“ In den 50er Jahren etabliert sich die Möbelmesse in Köln als internationale Fachausstellung, auf welcher sich die Oeseder Möbel-Industrie jährlich ihrer Konkurrenz stellt.

1960 -1969

Im Sommer 1960 berichtet Wilhelm Wiemann einem Freund, dass an Betriebsurlaub vorläufig nicht zu denken sei und stattdessen neue Schichten eingerichtet und Arbeitskräfte eingestellt wurden um die hohe Nachfrage bedienen zu können. Jährlich werden ca. 60.000 Haushaltungen mit Erzeugnissen der „OMI“ (Oeseder Möbel-Industrie) versorgt. Das Absatzgebiet erstreckt sich neben Europa inzwischen auch auf Amerika, Kanada, Südamerika, Asien, Arabien, Südafrika und Zypern.

Im Laufe der 60er Jahre wächst das Betriebsgelände auf 32.000 qm an und es werden durchschnittlich 550 Mitarbeiter (darunter 200 Fachkräfte) beschäftigt. Um weitestgehend unabhängig von Lieferanten fertigen zu können, wird 1960 ein Spanplattenwerk errichtet. Die Tagesproduktion von ca. 64 cbm dient zu zwei Drittel dem Eigenbedarf, das restliche Drittel wird veräußert. Im selben Jahr wird die letzte Kuh der Landwirtschaft verkauft – man konzentriert sich jetzt ausschließlich auf die Möbelproduktion.

Zwischen 1960 und 1969 tätigt Wiemann Investitionen in Höhe von mehr als fünf Millionen DM und erwirbt weitere Grundstücke, auf welchen weitere Mehrzweckhallen errichtet werden. Zudem wird das Lochkartensystem eingeführt, sowie moderne Polyesterlackieranlagen und Gabelstapler angeschafft. Zugleich wird das bisher mit sehr hohem manuellen Aufwand verbundene Furnieren nun in die industrielle Großfertigung überführt.

Am 01. Januar 1966 tritt Mathias Andreas Wiemann als persönlich haftender Gesellschafter in die Firmenleitung ein und übernimmt 50% der Anteile. Die Oeseder Moebel-Industrie wird damit zur OHG.  Am 30. Mai 1968 wird Markus Wiemann geboren.

1969 gründet Wiemann ein Zweigwerk im Saarland („Wiemann-Möbel Saar OHG Kirkel-Neuhäusel“) und wittert wachsenden Exportchancen in Richtung Frankreich. Erfreulicher Weise stellt sich der Arbeitsmarkt im Saarland deutlich besser dar als in der Heimat Oesede.

 
 

1970 -1979

Wiemann feiert Erfolge, ist weithin für seinen modern ausgestatteten Betrieb bekannt und wird als Geschäftspartner geschätzt. So kommt es, dass sich Besucher aus Paris, Puerto Rico, Buenos Aires und Moskau anmelden, um die Produktionsstätte zu besichtigen. Im Jahr 1970 erfolgt die Grundsteinlegung für den ersten Bauabschnitt der „Wiemann-Möbel Saar OHG Kirkel-Neuhäusel“. In Oesede wird derweil die Gleitarbeitszeit eingeführt, womit Wiemann Vorreiter im Kammerbezirk ist.

Zugleich baut Wiemann weitere Hallen, installiert Rollenbahnen und stellt den Versand um. Herzstück ist der neu errichtete „Wiemann-Möbel-Bahnhof“, an welchem 16 Möbel-LKW gleichzeitig beladen werden können. Dieser Umschlagplatz wird weitsichtig dimensioniert und hält daher auch steigendem Umsatz stand. Um den Exportplänen für Frankreich Rechnung zu tragen, wird eine weitere Tochterfirma, „Wiemann-Meubles-France“, in Paris gegründet. Hierher werden 30% der Produktion des saarländischen Werkes geliefert. 1973 berichtet die „Saarbrücker Zeitung“ von beachtlich gewachsenen Umsätzen in Frankreich.

Aufgrund der auch in Oesede stark wachsenden Produktion reicht das hauseigene Spanplattenwerk nicht mehr aus und wird nach Mexiko verkauft. Während die bebaute Fläche auf 36.000 qm steigt, sinkt die Mitarbeiteranzahl mit dem Verkauf des Spanplattenwerkes auf 521. Neben der Fertigung von Schlaf- und Jugendzimmern, sowie Wohnwänden stellt die Möbelfabrik nun auch Spinde für die Bundeswehr her, um ihre Kapazitäten auch in schwächeren Monaten auslasten zu können. Da sich die mit dem Werk in Kirkel-Neuhäusel verbundenen Erwartungen nicht erfüllen, wird das Werk 1974 geschlossen. Grundstücke, Maschinen und Gebäude werden mit Verlust verkauft. 1976 wird dann auch die Vertriebsgesellschaft in Paris geschlossen.

Um die Verluste ausgleichen zu können, lassen Wilhelm und Mathias A. Wiemann private Mittel einfließen um das Werk in Oesede weiter modernisieren zu können. Zugleich wird die Belegschaft im Krisenjahr 1973 von 516 auf 391 Mitarbeiter verringert.  Nachdem die Krise 1976 weitgehend überstanden ist zählt die Oeseder Möbel-Industrie Ende 1979 wieder 641 Mitarbeiter. 1977 zieht Seniorchef Wilhelm Wiemann sich im Alter von 75 Jahren aus der Geschäftsführung zurück und übergibt diese Mathias A. Wiemann in Gänze.

1980 -1989

In den 1980er Jahren wird die „Herberge“ in den neuen Verwaltungsbau der Firma integriert und komplett zum Bürogebäude umfunktioniert. Wiemann gehört in dieser Zeit zu den fünf größten Schlafzimmerfabriken in der BRD und stellt seine Produktion auf Auftragsgebundene Serienfertigung um.

Aufgrund der inzwischen auf dem Betriebsgelände herrschenden Enge wird 1986 ein mehrgeschossiges Teilelager errichtet und die „Mittelstraße“ überdacht um einen sicheren Transport der Teile auch bei widrigen Witterungsbedingungen gewährleisten zu können.

Am 28. März 1986 stirbt Wilhelm Wiemann. Seit 1988 heißt die Firma „Oeseder Möbel-Industrie Mathias Wiemann GmbH & Co. KG“, die Führung der Geschäfte wird im selben Jahr der „MW Möbel Verwaltungsgesellschaft mbH“ übertragen. 1989 gibt das Unternehmen den werkseigenen LKW Verkehr auf, um ökonomische Vorteile nutzen zu können indem der bei Werksverkehr vorgeschriebene rückladungsfreie Verkehr entfällt.

 
 

1990 -1999

Im August 1991 brennen zwei Montagehallen und eine Lagerhalle komplett nieder. Ein weiteres umgreifen der Flammen kann nur durch den umsichtigen Einsatz der Feuerwehr verhindert werden. Die Kripo stellt später Brandstiftung als Ursache für die Katastrophe fest. Der entstandene Schaden wird von der Firmenleitung auf 25 – 30 Millionen DM geschätzt.

Mathias A. Wiemann lobt den unglaublichen Einsatz der Mitarbeiter und hofft schon Ende des Jahres wieder verzögerungsfrei produzieren zu können. Kaum ist die erste Katastrophe überwunden, da brennt es erneut. Im Januar 1992 bricht erneut ein Feuer aus und richtet einen Sachschaden von 5 Millionen DM an. Wenige Tage später verhaftet die Kripo den Brandstifter. Die Produktion kann diesmal glücklicherweise unbeeinträchtigt fortgesetzt werden.

1994 tritt mit Markus Wiemann die vierte Generation in die Möbelfabrik ein – als Kommanditist. 1999 nimmt er nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre dann seine Tätigkeit im Unternehmen auf. Ab 1995 hilft das Kontrollverfahren DIN EN ISO 9001 dabei, die Qualitätsansprüche der Kunden kontrolliert umzusetzen. Weitere Investitionen sorgen derweil für eine moderne Brandschutzanlage im Gesamtbetrieb, Sanierung alter Hallen, sowie den Neubau von Fertigungshallen. Ender der 90er Jahre stehen auf dem Betriebsgelände somit 28 Hallen auf einer überbauten Fläche von ca. 48.600 qm.

1994 übernimmt Wiemann eine Holzverarbeitende Fabrik südlich von Warschau (Polen), in welcher Leimholz für die Weiterverarbeitung in Oesede günstig produziert werden soll.  Ab 1998 konzentriert sich die Oeseder Möbel-Industrie nur noch auf Ihre Kernkompetenz – die Fertigung von Schlafzimmermöbeln und Einzelschränken. Rationalisierung und modernes Management, sowie die Gründung des Werkes in Polen reduzieren die Zahl der Arbeitnehmer in Oesede auf durchschnittlich 460.

2000 - 2010

Im Jahre 2000 feiert Firma Wiemann ihr 100 jähriges Bestehen mit einem großen „Familienfest“ und bedankt sich so bei der „Mannschaft“ für die geleistete Arbeit. Am 23. Dezember 2004 übernimmt Markus Wiemann die Mehrheit der Gesellschafteranteile von seinem Vater; der Wechsel wird am 03. März 2005 im Handelsregister eingetragen.

In diesem Jahrzehnt werden diverse Investitionen getätigt, Arbeitsabläufe optimiert und Voraussetzungen für neue Produktionsanlagen geschaffen. In diesem Rahmen werden sechs Produktionshallen neu überdacht, sowie Maßnahmen für den Lärmschutz und ökologisch orientierte Versorgungsanlagen getroffen. All dies passiert bei laufender Produktion! Durch eine neue Lackier- und Alleskönnerstraße werden Qualität und Produktivität neu definiert.

2010 tritt zum wiederholten Male die Düte über ihre Ufer und setzt die Fertigungshallen, sowie den Versandbereich unter Wasser. Durch das beherzte Eingreifen von Belegschaft, Feuerwehr und benachbarten Bauern, die ihre Jauchepumpen zur Verfügung stellen um das Wasser abzupumpen, kann der Betrieb schon nach vier Tagen wieder aufgenommen werden.

 
 

2017

Aus der ehemaligen Gaststätte ist heute ein 98.000 qm großes Areal geworden, 48.000 qm hiervon sind bebaute Produktions-, Verwaltungs- oder Lagerflächen.

Täglich werden 400 bis 500 Schlafzimmer europaweit und darüber hinaus auf die Reise gebracht.

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